PALMYRA  VERLAG
Pressespiegel

Verena Klemm/Karin Hörner (Hrsg.)
Das Schwert des »Experten«
Peter Scholl-Latours verzerrtes Araber- und Islambild






Verständlich die Empörung und die Sorge der islamwissenschaftlichen Kenner gegenüber Klischees und Pauschalierungen, die dumpfe Ängste schüren. Zwar wird manches in der gelehrten Abrechnung allzusehr personifiziert, was eher als Warnung an den Zeitgeist gemeint sein sollte. Als Warnung kommt die kritische Initiative der Islamkenner zur rechten Zeit.

Prof. Dr. Udo Steinbach (Direktor des Deutschen Orient-Instituts), Focus


Seit Jahren gilt Peter Scholl-Latour als ein profunder Kenner der islamischen Welt... Das könnte sich in Zukunft durch dieses Buch ändern, in dem ein Dutzend Orientalisten und Islamkenner schwere Vorwürfe gegen den Erfolgsautor Scholl-Latour erheben.

Süddeutscher Rundfunk


Der Hauptvorwurf der Scholl-Kritiker richtet sich gegen dessen »Kulturalismus«, die Unart des Autors, den Islam statisch, unhistorisch, monolithisch und widerspruchsfrei darzustellen, als eine von gesellschaftlichen Verhältnissen unbeeindruckte Kultur. Scholls Islambild läßt keine Entwicklung zu – mithin auch keine Chance auf Demokratisierung, Modernisierung und interkulturellen Dialog – und deckt sich darin fatal mit der Koranauslegung durch integristische Fanatiker.

Die Woche


In dem Buch Das Schwert des »Experten« geht es nicht so sehr um publizistische Raubzüge (wie bei Gerhard Konzelmann, Anm. d. Verlages), es geht um zivilisatorische Kreuzzüge. Es handelt sich also nicht bloß wie bei Konzelmann um geistigen Diebstahl, sondern um geistige Volksverhetzung. Der Vorwurf ist hart, und der Beweis weit schwieriger zu führen als beim gerichtsnotorischen Plagiator Konzelmann. Der Erziehungswissenschaftler Georg Auernheimer faßt die Diagnose des Rassismus präziser als Kulturalismus: Kulturen sind bei Scholl-Latour monolithisch, Konflikte reichen allemal in die Nacht der Frühgeschichte zurück. Geschichte, Wandel wird zum ewiggleichen Mythos. Nur so könnten »der Islam« und »der Westen« zu unversöhnlichen und unveränderlichen Größen in Geschichte und Gegenwart stilisiert werden. Doch damit, so Auernheimer, sitze Scholl-Latour »dem Phantom einer ›reinen‹ Lehre genauso auf wie die religiösen Eiferer.« Mit anderen Worten: Peter Scholl-Latour wird zum Ajatollah des Anti-Islamismus. Die Frage ist: Was macht seine Bücher so erfolgreich, warum ist das Publikum bei uns so naiv, weshalb werden in anderen Ländern so viel klügere, kundigere Arbeiten über die islamische Welt ein Erfolg? Warum gilt hierzulande als Analyse, was sich – Ewigkeit verpflichtet – um dieselbe gerade drückt? »Die Festung Europa erhält ihr psychologisches Fundament«, beschreibt Georg Auernheimer die gesellschaftliche Rolle des Bestsellerautors. Auf den Zinnen dieser Festung wacht warnend Peter Scholl-Latour, und hinter ihren Mauern lauscht mit angstvollem Schaudern sein großes Publikum. Wer, bitte, lebt hier eigentlich hinter dem Schleier?

Die Zeit


Der Fall Konzelmann ist abgehakt – er verschwand vom Bildschirm und komponiert nun Opern. Jetzt haben sich die Orient-Expertinnen Verena Klemm und Karin Hörner sowie andere Fachleute Ex-Indochina-Fallschirmjäger und Bambi-Preisträger Peter Scholl-Latour vorgenommen. Ihr Urteil: »Er bestätigt in seinen Büchern und Berichten westliche Vorurteile und fasziniert so das Publikum. Ist Scholl-Latour ein Rassist? Die Autorinnen legen, anhand von Textstellen aus seinen ZDF-Serien und Büchern, diesen Schluß nahe.

Der Spiegel