Georg
Stein/Volkhard Windfuhr (Hg.)
Ein
Tag im September
11.9.2001
Die Autoren des von Georg Stein und Volkhard Windfuhr herausgegebenen Buches gehen den Hintergründen und mutmaßlichen Folgen der Anschläge nach. Der Akzent liegt auf der kenntnisreichen, differenzierten Darstellung der arabisch-islamischen Welt und ihres Verhältnisses zum Westen.
Der in Sachen Nahost-Literatur sehr ambitionierte Palmyra Verlag hat in einer Aufsatzsammlung ausgewiesene Kenner der arabischen Region, des Islam und der Terrorszene zum Thema 11. September zu Wort kommen lassen. Das Ziel der Herausgeber: die Notwendigkeit nichtmilitärischer Konfliktlösungen zu untersteichen und für einen Dialog des Westens mit dem Islam zu appellieren. Die Verfasser sind allesamt hochkarätig, viele – wie etwa der Nahostkorrespondent des Spiegel, Volkhard Windfuhr, der Direktor des Deutschen Orient-Institutes, Udo Steinbach, oder der Leiter des ARD-Studios in Kairo, Jörg Armbruster – sind vertraute Namen, die maßgeblich Anteil am Meinungsbild der deutschen Öffentlichkeit zu den Fragen Islam, Terror und Nahostkonflikt haben. Genau deshalb verdient das Buch auch viel Aufmerksamkeit.
Palmyra bietet in Ein Tag im September Aufschluß über die Terroranschläge. Mit Beiträgen von Vertretern aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Recht und Orientkennern haben Georg Stein und Volkhard Windfuhr ein Buch herausgegeben, das vor allem auch »an die Notwendigkeit nichtmilitärischer Konfliktlösungen und einen Dialog zwischen dem Westen und dem Islam appelliert«.
In dem Buch liefern zahlreiche Autoren eine umfassende Analyse des Schreckenstages vom 11. September 2001. Dabei wird die Außenpolitik der USA auf den Prüfstand gestellt, die Figur Osama Bin Laden beleuchtet, die Globalisierung und ihr Zusammenhang mit dem 11. September dargestellt und immer wieder der Dialog der Kulturen angemahnt. Was zum Glück fehlt sind die großen bunten Schreckensbilder, die nach dem Anschlag immer wieder durch die Medien geisterten. Statt dessen bietet das Buch zahlreiche Denkanstöße und zeigt Hintergründe und Auswirkungen des Attentats auf. Es ist eine Aufforderung für die notwendige Auseinandersetzung mit dem Zustand der politischen Welt und daher unbedingt lesenswert. Die Herausgeber Georg Stein und Volkhard Windfuhr sind beide ausgewiesene Nahostexperten. Ihr Buch liefert den Stoff, den man wissen sollte, wenn man bei diesem brisanten Themenkomplex mitreden möchte.
Das Buch enthält u. a. Beiträge von Islamwissenschaftlern wie Gernot Rotter oder Politologen wie Mohssen Massarrat sowie Journalisten wie Karim el-Gawhary und Jörg Armbruster. Ein lesenswerter Band, gerade wegen des breiten Spektrums der Autoren.