Gernot
Rotter/Schirin Fathi
Nahostlexikon
Der
israelisch-palästinensische Konflikt von A-Z
Täglich werden
wir mit – meist negativen – Meldungen aus dem Nahen Osten konfrontiert.
Worte werden von den Medien gesetzt, wie selbstverständlich übernommen
und weiter benutzt, ohne ihren Sinn oder eine genaue Definition zu hinterfragen.
Begriffe wie »Al-Aksa-Intifada«, »Oslo«, »Camp
David« stehen für komplizierte Prozesse, entwickeln eine
eigene Dynamik, erfahren keinerlei Reflexion mehr und geraten zuweilen
in sinnentfremdende Schieflagen.
Der Heidelberger
Palmyra Verlag will weiteren Irritationen nun ein Ende setzen. Der Verlag
verschreibt sich in seinem Programm seit mehr als zehn Jahren der ein wenig
bizarren Doppelthematik Naher Osten und Rockmusik – von Arafat bis Zappa,
wenn man so will. Jetzt beweist Palmyra-Chef Georg Stein insbesondere mit
einer Neuerscheinung seines Hauses verlegerischen Mut: Stein ließ
ein Lexikon zum Nahost-Konflikt auf Kiel legen.
Gernot Rotter, Professor
für Gegenwartsbezogene Orient-Wissenschaft an der Universität
Hamburg und einer der besten deutschsprachigen Kenner des Nahen Ostens,
und seine iranische Kollegin Schirin Fathi haben nun erstmalig den Versuch
unternommen, mehr als 100 Begriffe, die uns wie selbstverständlich
jeden Tag begegnen, lexikalisch aufzuschlüsseln – von Abbas bis Zionismus.
Herausgekommen ist ein Nachschlagewerk, das sich an Laien ebenso wendet
wie an Experten. Es stellt den Nahostkonflikt in seiner ganzen Komplexität
in verständlichen Worten dar und vermittelt tiefe Einblicke in die
Problematik der kaum lösbar scheinenden Differenzen zwischen Israelis
und Palästinensern, wobei sich zur Begriffsklärung immer
auch Analytisches gesellt. Und das alles in sorgsam unparteiischer Manier
– lexikalisch eben. Besonders hervorzuheben sind außerdem die detaillierte
Zeittafel, die äußerst umfangreiche Bibliographie (92 Seiten!)
sowie das sehr hilfreiche Verzeichnis von weiterführenden Internetadressen.
Ein anschaulicher Kartenteil beschließt das Lexikon, das in dieser
Form auf dem deutschen Buchmarkt einmalig und eine wirkliche Bereicherung
für alle ist, die sich für den Nahen Osten interessieren. Das
Nahostlexikon hat das Zeug zum Standardwerk.
Selbst für
Kenner des Nahen Ostens ist es nicht immer einfach, im Dschungel der Abkommen
oder bei der Vielzahl von Parteien und religiösen Strömungen
einen Überblick zu behalten. Für Laien sind die Entwicklungen
in der Region kaum nachvollziehbar. Angesichts der Fülle von Fragen
ist dem Palmyra Verlag mit dem »Nahostlexikon« ein kleines
Meisterstück gelungen. Die Islamwissenschaftler Schirin Fathi und
Gernot Rotter erklären damit sämtliche Begriffe, die den scheinbar
unlösbaren Konflikt verständlich machen. Eine Zeittafel und Karten,
eine umfassende Bibliographie und ein Webguide runden das Lexikon ab: ein
gut geschriebenes, hoch aktuelles und politisch ausgewogenes Nachschlagewerk.
Schon nach dem
ersten Durchblättern des Nahostlexikons bin ich bei so vielen Stichworten
hängen geblieben, daß dieses Buch einen festen Platz auf meinem
Schreibtisch gefunden hat. Ich halte es für eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage
für jeden Korrespondenten, der über die Nahost-Region und ihre
vielfachen Probleme in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berichtet.
Die überaus präzise Sammlung von Stichworten, Daten und Fakten
hilft im täglichen Redaktionsbedarf wie bei der Berichterstattung
aus und über den Nahen Osten. Zur umfassenden Information tragen auch
die Zeittafel, die Bibliographie und der Führer durch die verschiedenen
Websites ebenso bei wie das anhängende Kar-tenmaterial. Deshalb werde
ich nicht zögern, dieses aktuelle Lexikon mit dem Vorwort meines Freundes
Abdallah Frangi im Kollegenkreis zu empfehlen.
Der Palmyra Verlag
hat sich dem Nahen Osten und der arabisch-islamischen Welt verschrieben.
Und so erhält das Nahostlexikon traurige und zugleich hochbrisante
Aktualität. Der Verlag verhehlt nicht, daß er mit Gernot Rotter
die einzige deutsche Kapazität in Sachen Gegenwarts-Islamistik unter
Vertrag hat. Das macht sich auch bei der Lektüre des Nahostlexikons
bemerkbar, das der Islamwissenschaftler Rotter gemeinsam mit Schirin Fathi
verfasste. Gerade angesichts des drohenden Krieges gibt das nach Stichworten
geordnete Lexikon ausgewogen Auskunft. Etwa über die bisherigen israelisch-arabischen
Kriege, den Golfkrieg, über alle beteiligten Länder, die wichtigsten
Akteure von Arafat bis Sharon, die Intifada, den Zionismus, die israelische
Friedensbewegung und die Neuen Historiker Israels. Das Lexikon ist von
ausgezeichneter Sachkenntnis geprägt. Es verweist außerdem in
einer sehr ausführlichen Bibliographie auf alle anderen wichtigen
Werke zum Nahost-Konflikt. Ein umfangreiches Kartenwerk sowie eine Chronik,
die in der vorantiken Zeit beginnt, runden das Buch ab.
Erstmals erscheint
in deutscher Sprache ein Lexikon über den israelisch-palästinensischen
Konflikt in seiner Gesamtheit. Die Informationsfülle verleiht dem
Buch den Charakter eines einzigartigen Standardwerkes. Sachlich, umfassend
und leicht verständlich geschrieben, wendet sich das Lexikon gleichermaßen
an den Laien wie an den Experten.
Das Nahostlexikon
von Gernot Rotter und Schirin Fathi informiert umfassend über die
Geschichte und Gegenwart mit Ansätzen zur Konfliktlösung.
Hochaktuell und
ausgewogen, gut geschrieben und auch für den Laien verständlich.
Der israelisch-palästinensische
Konflikt in Lexikonform, aus einem Verlag, dessen ganzes Nahost-Programm
für den Versöhnungsprozess steht. Da kann nur ein Buch herauskommen,
mit dessen Inhalten sich die – heutzutage rasant ausdehnenden – Ränder
der israelischen und der palästinensischen Gesellschaft nicht immer
unbedingt identifizieren werden. Für den außenstehenden Benützer
also gerade richtig. Für die »Mitte« garantiert Gernot
Rotter, Orient-Professor in Hamburg, der einem breiteren Publikum als geistreicher
Entlarver des »Nahostexperten« Gerhard Konzelmann (»Allahs
Plagiator«, ebenfalls bei Palmyra) bekannt geworden ist. A bis Z
heißt konkret von Mahmoud Abbas bis zu Zionismus, auf den die 44
Seiten starke Zeittafel folgt. Unterwegs trifft man neben Pflicht- auch
Kür-Stichwörter wie »Geheimdienste«, »Neue
Historiker« oder »Wasser«. Die einzelnen Beiträge
sind in einer überschaubaren Länge und höchst verdienstvoll
sind nicht nur die ausführliche Bibliographie und die Karten, sondern
vor allem der Webguide (30 Seiten!), dessen Angaben zwar nicht die Ewigkeit
überdauern werden, aber heute enorm nützlich sind.